Seinswunder

„Seinswunder“ habe ich mein neues Herbstgedicht genannt, das ab sofort bei E-Stories zu finden ist: https://www.e-stories.de/gedichte-lesen.phtml?292303

Ein paar persönliche Gedanken zu diesem Gedicht:

Inspiriert zu diesen Versen hat mich ein Herbstspaziergang im Wandergebiet am Hüppelröttchen in Eitorf.

Es ist ein wundersamer Anblick, die Blätter im Herbstwind tanzen zu sehen. Sie erleben ein letztes Hoch, bevor sie zu Boden fallen, wo sie nach und nach zersetzt werden. Noch einmal kommen Farben ins Spiel, bevor der graue Winter Einzug hält. Dann endet sinnbildlich das „Leben“ dieser Blätter. Im Frühjahr werden ihre Nachfolger an den Zweigen der Bäume erscheinen.

Dieses Bild aus der Natur führt uns die Vergänglichkeit des irdischen Lebens – auch unseres menschlichen Lebens auf der Erde – vor Augen. Wir werden scheinbar aus dem Nichts geboren, leben eine bestimmte Zeit, bevor unser irdischer Körper stirbt. Und unser Geist? Nach christlichem Glauben lebt er bei Gott weiter. Ein tröstlicher Gedanke!

Unser irdisches Sein lässt jedoch Fragen offen, wenn wir es mit dem Glauben an Gott verbinden:

Warum leben manche Menschen nur kurze Zeit auf dieser Erde, andere dagegen viele Jahre? Nach welchen Kriterien werden unsere Schicksale entschieden? Warum sind wir gerade jetzt hier und wurden nicht schon vor Tausenden von Jahren geboren? Was hat Gott mit uns vor?

Unser Dasein ist ein Wunder (das ich im Gedicht als „Seinswunder“ tituliere) und ein Rätsel zugleich. Wir können uns unseren kleinen menschlichen Verstand über diese Fragen zerbrechen. Manchmal tut es aber gut, einfach über die Farbenpracht der Schöpfung zu staunen, die wir in diesem Moment erleben dürfen. Der Herbsttanz der Blätter bietet einen guten Anlass dazu!